1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Ausbildungsberuf Winzer/in

1. Berufstätigkeit / Berufsbeschreibung

Das Weinanbaugebiet Sachsen ist eines der kleinsten in Deutschland und eines der nordöstlichsten Europas. Die sächsischen Qualitätsweine werden über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Sie gelten als Rarität und Spezialität. Der Goldriesling ist dabei eine Rebsorte, die nur im sächsischen Weinbau in nennenswertem Umfang zu finden ist. Seit mehr als 800 Jahren werden im Elbtal Reben kultiviert. Der sachkundige Anbau der Reben und ihre Pflege sowie nicht zuletzt die ausgewogene Verarbeitung sind zum Markenzeichen sächsischer Winzer/innen geworden. Das Wirken des/der Winzers/Winzerin ist sehr abwechs-lungsreich - von der Arbeit auf den Rebflächen über die Tätigkeit im Weinkeller bis zur Vermarktung und Kundenbetreuung. Winzer/in ist ein grüner Beruf, der überdurchschnittlichen Einsatz und Exaktheit erfordert.

Anforderungen

  • Naturverbundenheit
  • Interesse an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln
  • technisches Verständnis
  • Bereitschaft zur körperlichen Arbeit
  • guter Geschmacks- und Geruchssinn
  • Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Aufgeschlossenheit beim Umgang mit Kunden

Ausbildungs-dauer

  • drei Jahre
  • unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich

Ausbildungs-
betrieb

  • Ausbildung nur in anerkannten Ausbildungsstätten
  • duale Ausbildung, d. h. betriebliche und schulische Ausbildung verlaufen parallel
  • zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden wird ein schriftlicher Ausbildungsvertrag geschlossen
  • die Bildungsberater der Landkreise sind bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb behilflich (Adressen unter www.smul.sachsen.de/bildung - Ausbildungsberatung)

Berufsschule

  • die berufsschulische Ausbildung der Winzer aus Sachsen erfolgt in Rheinland-Pfalz.

 

2. Ausbildungsinhalte

  • betriebliche Zusammenhänge und Beziehungen im Ausbildungsbetrieb
  • Techniken und Organisation der betrieblichen Arbeit und Produktion
  • Traubenerzeugung
  • Kellerwirtschaft
  • Vermarkten betrieblicher Erzeugnisse
     

2.1  Überbetriebliche Ausbildung

2.2  Berichtsheftführung/Schriftlicher Ausbildungsnachweis

Dem Lehrling und Umschüler wird empfohlen, das berufsspezifische Berichtsheft aus dem Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup (http://www.lv-berichtshefte.de/) als wertvolle Lern- und Arbeitshilfe zu führen.

Hinweis: In den gedruckten Berichtsheften wird im Teil III bei der Unfallverhütung noch nicht die globale Harmonisierung der Gefahrstoffkennzeichnung berücksichtigt. Da hierfür inzwischen alle Übergangsfristen ausgelaufen sind, finden bei allen Kennzeichnungen entsprechender Stoffe nur noch die Gefahrenpiktogramme Anwendung. Deren Kenntnis muss demzufolge von jedem Auszubildenden erwartet werden. Bitte im Berichtsheft enthaltene veraltete Arbeitsblätter austauschen.

Informationen zum aktiven Gebrauch des Berichtsheftes finden sie im Merkblatt "Hinweise zur Berichtsheftführung".

Ein umfassend geführtes Berichtsheft ist eine wertvolle Lernhilfe in Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschlussprüfung. Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung nach § 43 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz ist der geführte schriftliche Ausbildungsnachweis (Bestandteil des empfohlenen Berichtsheftes). Das Führen von schriftlichen Ausbildungsnachweisen dient dabei folgenden Zielen:

  • Der zeitliche und sachliche Ablauf der Ausbildung im Betrieb, in der überbetrieblichen Ausbildung und in der Berufsschule wird für alle Beteiligten nachvollziehbar und nachweisbar gemacht.
  • Aus den Aufzeichnungen muss erkennbar sein, welche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen gemäß der jeweiligen Ausbildungsordnung vermittelt worden sind.
  • Auszubildende und Ausbilder werden zur Reflexion über Inhalt und Verlauf der Ausbildung angehalten (Abgleich von individuellem Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis).
  • Im Streitfall zwischen Ausbildendem und Auszubildenden kann der Ausbildungsnachweis als wichtiger Nachweis und Orientierungshilfe über den Ausbildungsverlauf dienen.

Der schriftliche Ausbildungsnachweis ist mit der Anmeldung zur Zwischenprüfung bzw. Abschlussprüfung vorzulegen. Wurde der schriftliche Ausbildungsnachweis nicht ordnungsgemäß geführt, dann muss die Zulassung zur Abschlussprüfung versagt werden.

3. Prüfungen

3.1  Zwischenprüfung

  • Zur Ermittlung des Ausbildungsstands wird eine Zwischenprüfung durchgeführt.

 

3.2  Abschlussprüfung

  • Die Berufsausbildung endet mit der Abschlussprüfung, bei der die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse sowie der Berufsschulstoff praktisch und schriftlich geprüft werden.

4. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Winzermeister/-in
  • Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/-in oder Techniker/-in für Weinbau und Kellerwirtschaft
  • Hochschulstudium (Weinbau und Önologie, Getränketechnologie, Weinbetriebswirtschaft)
  • nähere Informationen unter www.smul.sachsen.de/bildung
  • Weiterbildungsangebot des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unter www.smul.sachsen.de/vplan

Marginalspalte

Bild: Ausbildungsberuf Winzer/in

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 91 - Berufliche Bildung, Zuständige Stelle

Gisela Müller

Ausbildungsberatung / -betriebe, Berufsschulen

In Sachsen gibt es die folgenden anerkannten Ausbildungsstätten für den Beruf Winzer:

Berichtsheftführung

Das vorgeschriebene Berichtsheft für den Ausbildungsberuf ist unter der folgenden Adresse erhältlich:

Landwirtschaftsverlag
Postfach 480210
48165 Münster

Tel.: 02501/8010
Fax: 02501/801204