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Ausbildungsberuf Fischwirt/in

1. Berufstätigkeit / Berufsbeschreibung

Aktuelles:

Informationen des Bundesinstitutes für Berufsbildung zur Neuordnung der Ausbildungs- und Prüfungsinhalte des Berufes mit den künftigen  Fachrichtungen „Aquakultur und Binnenfischerei“ sowie „Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei“

Die neue Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Fischwirt/in tritt am 1. August 2016 in Kraft.

Fischwirte arbeiten an den vielen Seen, Flüssen und Teichen in ganz Deutschland. Der Beruf Fischwirt ist ein Beruf mit langer Tradition. Er erfordert ein sehr selbstständiges Arbeiten in der Natur - bei jedem Wetter und häufig mit unregelmäßiger Arbeitszeit. Zu den Tätigkeiten des Fischwirts gehören der Fang von Fischen, der Bau und die Pflege der Fanggeräte, die Aufzucht von Fischen in Teichen oder technischen Aquakulturanlagen sowie das Be- und Verarbeiten der Betriebserzeugnisse.

Die Ausbildung erfolgt ab dem Ausbildungsjahr 2016-17 in den zwei Fachrichtungen "Aquakultur und Binnenfischerei" sowie "Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei". Für Auszubildende, die ihre Ausbildung in Betrieben in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Thüringen absolvieren, finden der theoretische Unterricht und die überbetriebliche Ausbildung (hier nur in der Fachrichtung "Aquakultur und Binnenfischerei") in Königswartha statt. Königswartha bietet beste Voraussetzungen für eine länderübergreifende fischereiliche Ausbildung.

Hier haben vier Fischereiunternehmen ihren Sitz, die weit über 1 000 Hektar Karpfenteiche bewirtschaften. In Königswartha wirken Fachleute im Rahmen von Forschungsvorhaben an den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Binnenfischerei und des Fischartenschutzes mit. Auszubildende finden hier eine fischereitechnische Ausrüstung, die dem Stand der Technik entspricht, eine eigene Lehr- und Versuchsteichanlage und auch die Fischereibehörde des Freistaates Sachsen vor.

 

Anforderungen

 

  • Naturverbundenheit, Tierliebe
  • Ausdauer und Freude an selbstständiger Arbeit
  • technische Begabung und handwerkliches Geschick
  • betriebswirtschaftliches Verständnis
  • Verständnis für fischereibiologische Vorgänge

Ausbildungsdauer

  • drei Jahre
  • unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich

Ausbildungs-betrieb

  • Ausbildung nur in anerkannten Ausbildungsstätten
  • duale Ausbildung, d. h. betriebliche und schulische Ausbildung verlaufen parallel
  • zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden wird ein schriftlicher Ausbildungsvertrag geschlossen
  • die Bildungsberater der Landkreise sind bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb behilflich (Adressen unter
    www.smul.sachsen.de/bildung - Ausbildungsberatung)

Berufsschule

  • 13 Wochen pro Ausbildungsjahr (in der Regel 14-tägiger Blockunterricht) in der Außenstelle Königswartha des Gewerblichen Schulzentrums für Ernährung, Hauswirtschaft und Körperpflege Bautzen

Fachrichtungen

Ab dem Ausbildungsjahr 2016-17:

  • Aquakultur und Binnenfischerei

  • Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei

 

2. Ausbildungsinhalte

Die Ausbildungsinhalte gliedern sich in fachrichtungsübergreifende berufsprofilgebende und berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.

Zu den fachrichtungsübergreifenden berufsprofilgebenden Ausbildungsinhalten gehören:

  • fischereiliche Nutztiere, Fischereibiologie sowie Gewässer als Lebensraum
  • Fischfang und fischereiliche Erzeugung
  • Tiergesundheit und Tierhygiene sowie Tierschutz
  • Witterungs- und Umweltverhältnisse
  • Ausrüstungen, Maschinen, Geräte und Betriebseinrichtungen
  • Verarbeitung und Vermarktung fischereilicher Produkte
  • betriebliche Abläufe und Organisation, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, fischereirelevante Rechtsnormen und Organisationsstrukturen
  • qualitätssichernde Maßnahmen und Verbraucherschutz sowie
  • Kundenorientierung, Marketing, Kommunikation und Information

 

Zu den berufsprofilgebenden Ausbildungsinhalten gehören in der

Fachrichtung: Aquakultur und Binnenfischerei

  1. Untersuchung und Beurteilung von Fischereigewässern
  2. Bau, Betrieb und Erhaltung fischereilicher Anlagen
  3. Bewertung, Nutzung und Wartung von Kreislaufsystemen
  4. Fischfang in Binnengewässern, Einsatz, Anpassung und Instandhaltung von Fanggeräten
  5. Zucht und Vermehrung, Aufzucht, Haltung, Fütterung sowie Transport von Fischen
  6. fischereiliche Hygienemaßnahmen, Fischkrankheiten und Schadorganismen

Fachrichtung: Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei

  1. Beurteilung des Meeres für die fischereiliche Nutzung
  2. Einsatz, Anpassung und Instandhaltung von Fanggeräten
  3. Sicherheit und Verhalten an Bord
  4. Navigation und Wetterwarndienst

 

2.1  Überbetriebliche Ausbildung

  • ergänzt und vertieft die im Betrieb und in der Berufsschule erworbenen Fähigkeiten
  • Lehrgänge finden in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Königswartha und im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch statt
  • nähere Informationen unter www.smul.sachsen.de/bildung - Überbetriebliche Ausbildung

 

2.2  Berichtsheftführung/Schriftlicher Ausbildungsnachweis

Dem Lehrling und Umschüler wird empfohlen, das berufsspezifische Berichtsheft aus dem Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup (http://www.lv-berichtshefte.de/) als wertvolle Lern- und Arbeitshilfe zu führen. Hinweise zum aktiven Gebrauch des Berichtsheftes finden Sie im entsprechenden Merkblatt.

Ein umfassend geführtes Berichtsheft ist eine wertvolle Lernhilfe in Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschlussprüfung.
Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung nach § 43 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz ist der geführte schriftliche Ausbildungsnachweis (Bestandteil des Berichtsheftes).
Das Führen von schriftlichen Ausbildungsnachweisen dient dabei folgenden Zielen:

  • Der zeitliche und sachliche Ablauf der Ausbildung im Betrieb, in der überbetrieblichen Ausbildung und in der Berufsschule wird für alle Beteiligten nachvollziehbar und nachweisbar gemacht.
  • Aus den Aufzeichnungen muss erkennbar sein, welche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen gemäß der jeweiligen Ausbildungsordnung vermittelt worden sind.
  • Auszubildende und Ausbilder werden zur Reflexion über Inhalt und Verlauf der Ausbildung angehalten (Abgleich von individuellem Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis).
  • Im Streitfall zwischen Ausbildendem und Auszubildenden kann der Ausbildungsnachweis als wichtiger Nachweis über den Ausbildungsverlauf dienen.

Der schriftliche Ausbildungsnachweis ist mit der Anmeldung zur Zwischenprüfung bzw. Abschlussprüfung vorzulegen. Wurde der schriftliche Ausbildungsnachweis nicht ordnungsgemäß geführt, dann muss die Zulassung zur Abschlussprüfung versagt werden.

3. Prüfungen

3.1  Zwischenprüfung

  • Zwischenprüfung vor dem Ende des zweiten Lehrjahres (praktischer, mündlicher und schriftlicher Teil)

3.2  Abschlussprüfung

  • Abschlussprüfung (praktischer, mündlicher und schriftlicher Teil)

4. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Fischwirtschaftsmeister/-in

  • Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/-in für Landwirtschaft

  • Staatlich geprüfte/r Betriebswirt/-in für Agrarwirtschaft

  • Landwirtschaftliches Studium an einer Fachhochschule oder Hochschule

  • Geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/-in

  • nähere Information unter www.smul.sachsen.de/bildung

  • Weiterbildungsangebote des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Veranstaltungskalender unter www.smul.sachsen.de/vplan

Marginalspalte

Bild: Ausbildungsberuf Fischwirt/in

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 76 - Fischerei, Überbetriebliche Ausbildung

Ines Matko

Film zum Berufsbild

Ausbildungsberatung/ -betriebe, Berufsschulen

Berichtsheftführung

Das vorgeschriebene Berichtsheft für den Ausbildungsberuf ist unter der folgenden Adresse erhältlich:

Landwirtschaftsverlag
Postfach 480210
48165 Münster

Tel.: 02501/8010
Fax: 02501/801204