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Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Tierische Erzeugung Grünland und Feldfutterbau Grünland - Bewirtschaftung Mähstandweide Mähstandweide
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
Mähstandweide
Titelbild: Mähstandweide.
Mähstandweide - ein neues Weideverfahren
Ergebnisse der Mähstandweidenutzung mit Mutterkühen und Schafen
Nutzungsschema für Mähstandweide
Faltblatt "Mähstandweide"


Mähstandweide - ein neues Weideverfahren

Die bestimmende Nutzungsart des Grünlandes in Sachsen ist die Weide. Ihre Vorteile sind vor allem in der naturnahen und kostengünstigen Haltung und Fütterung der Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, Damwild sowie weiterer Tierarten begründet und damit in ihrem positiven Einfluss auf Leistung, Gesundheit und Fruchtbarkeit. In Abhängigkeit vom Standort, den betrieblichen Voraussetzungen, der Flurlage, den Boden- und Wasserverhältnissen und dem Viehbesatz ist das günstigste Weideverfahren auszuwählen.
Mähstandweide ist für Sachsen ein interessantes und wettbewerbsfähiges Weideverfahren. Je nach Flächenausstattung und Viehbestand der Betriebe kann diese Form der Weidehaltung in konventioneller oder extensiver Weise angewendet werden.
Im Mähstandweideverfahren erfolgt die Anpassung der Besatzstärke an den Wachstumsverlauf durch Abgrenzung der zu beweidenden Fläche. Der ausgegrenzte Bereich wird zur Gewinnung von Winterfutter zunächst gemäht. Mit abnehmender Zuwachsleistung wird die Weidefläche nach jedem Schnitt vergrößert, so dass schließlich die gesamte Fläche beweidet wird. Dies erfordert vom Landwirt Fähigkeiten zur standortabhängigen Vorausschau des Wachstumsverlaufes.
Bedingungen:

  • geeignet für alle Tierarten: vorrangig für Mutterkühe, Jungrinder, Milchkühe und Schafe,
  • zusammenhängende Flächen sind notwendig: Milchkühe stallnah, für alle anderen Tierarten auch stallfern möglich,
  • die Einbeziehung (Ansaat) von Ackerland begünstigt die Schaffung arrondierter Flächen,
  • bei natürlichen Grenzen (Wege, Bachläufe etc.) ist Koppelweide eine Alternative zur Mähstandweide.

Prinzip:

  • keine Koppeleinteilung, kein Umtrieb
  • Weideauftrieb sehr früh bei » 4 cm Wuchshöhe (vor Beginn der Süßkirschenblüte),
  • bei Ganztagsweide Heu bzw. Stroh zufüttern,
  • zeitweise Ausgrenzung der Mähflächen, gestaffelte Mähfutterernte (Abbildung),
  • Freigabe zur Beweidung unmittelbar nach Aberntung des Mähgutes,
  • selektives Grasen steigert die Tierleistung, jedoch nicht den Flächenertrag,
  • Abschnittweise Nachmahden bei trockener Witterung, Weidereste den Tieren anbieten,
  • bei konventioneller Nutzung (Besatzstärke 2 bis 4 GV/ha) ganzflächige N-Teildüngung in kleineren Gaben (1,0 bis 1,5 kg N/ha/Weidetag) im Abstand von 30 Tagen direkt während der Nutzung,
  • bei extensiver Nutzung (Besatzstärke < 1 GV/ha) keine mineralische Stickstoffdüngung,
  • die Flächen zur Mahd sind möglichst jährlich zu wechseln.

Vorteile:

  • hohe Wirtschaftlichkeit durch geringen Arbeitskräftebedarf und großflächige Bearbeitungsmöglichkeit,
  • geringere Kosten für Zäune, Tränken und Triftwege,
  • dichte Narben durch ständige Beweidung bei geringer Besatzdichte,
  • ruhiges Tierverhalten in der Herde, hohe individuelle Tierleistung.

Nachteile:

  • unbedingt erforderliche arrondierte Lage der Weideflächen,
  • Gefahr der Futterknappheit auf austrocknungsgefährdeten Flächen,
  • höhere Ansprüche an die Tier- und Weidehygiene.



Inhalt erstellt am 16.09.2005, geändert am 16.09.2005


http://www.smul.sachsen.de/lfulg
Internet des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
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