Große Reserven in der Arbeitsorganisation
Die Überprüfung von Arbeitsabläufen in Gärtnereien lohnt sich
Gärtnerarbeit ist in erster Linie Handarbeit, trotz vielfältiger Rationalisierungsmöglichkeiten wie z.B. automatische Lüftung und Bewässerung. Ein Forschungsprojekt des LfULG hat ergeben, dass es in sächsischen Einzelhandelsgärtnereien ein großes Potenzial für die Rationalisierung von Arbeitsabläufen und damit für Kosteneinsparungen gibt.
Im Rahmen der Untersuchung wurden Arbeitsabläufe in Gärtnereien beobachtet und der Arbeitszeitaufwand gemessen. Für das Topfen von Beet- und Balkonpflanzen in 10-er Töpfe mit einer Topfmaschine wurden beispielsweise Werte von 350 bis 750 Töpfe/Akh ermittelt. Diese große Spannweite des Zeitaufwandes ist nicht allein durch die differierende Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Arbeitskräfte zu erklären. Einfluss haben vor allem die eingestellte Geschwindigkeit der Topfmaschine, die Verwendung von neuen Töpfen beim Einsatz eines Topfmagazins, ein gut durchwurzelter Topfballen der Jungpflanzen und die Anzahl der vorgenommenen Handgriffe.
Jeder Handgriff, der nicht für die Verbesserung der Produktqualität notwendig ist, stellt eine betriebswirtschaftlich relevante Reserve da, die es zu nutzen gilt. Gerade Einzelhandelsgärtnereien mit einer Produktion von vielen unterschiedlichen Produkten in kleinen Stückzahlen und damit höheren Kosten als die spezialisierten Produktionsbetriebe sollten ihre Arbeitsmethoden und -verfahren kritisch beleuchten, um wirtschaftlich bestehen zu können. Die Veränderung der Arbeitsabläufe ist nicht zwingend mit Investitionen verbunden und bedeutet deshalb meistens keine zusätzliche finanzielle Belastung der Gartenbaubetriebe.
Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung wurden unter dem Titel: »Arbeitsorganisation Zierpflanzenbau« in Heft 21/2009 der Schriftenreihe des LfULG veröffentlicht.
