Hohe Lebensleistung als Schlüssel zum Erfolg
Mit gesunden und fruchtbaren Milchkühen Geld verdienen
Ganz nach der alten Bauernweisheit »Alte Kühe, junge Hühner sind des Bauern Portemonnaie« lassen sich die Empfehlungen des Sächsischen Milchrindtages am 2. November 2011 in Pulsnitz zusammenfassen. Im Fokus der gemeinsamen Fachtagung mit dem Sächsischen Landeskontrollverband e.V. und der MASTERRIND GmbH stand die biologische Leistungsfähigkeit der sächsischen Milchkühe. Welche Faktoren entscheidend sind, um eine hohe Lebensleistung zu erreichen, wurde auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen diskutiert. Die Vorträge sind im Internet nachzulesen.
Anhand von drei Kennzahlen zur Lebensleistung machte Annett Rindfleisch vom LfULG deutlich, dass eine Milchkuh dann wirtschaftlich ist, wenn mindestens 30.000 kg Milch in mindestens 3,5 Laktationen und mehr als 15 kg Milch je Lebenstag erzeugt werden. Um das zu erreichen, müssen die Kühe ausgewogen gefüttert werden. Worauf bei einer bedarfsgerechten Grundversorgung der Milchkühe zu achten ist, fasste Prof. Dr. Manfred Hoffmann vom Landeskontrollverband Sachsen in seinen Thesen zusammen: Kenntnis der Futteraufnahme, Sicherung der Strukturwirksamkeit, der Energie- und Proteinversorgung sowie der Ergänzung mit Mineralstoffen und Vitaminen. Dass die Stoffwechselentgleisungen sowie die den oxidativen Stress auslösenden Haltungs- und Umweltbedingungen primäre Faktoren für Fruchtbarkeitsstörungen sowie Erkrankungen des Euters, der Gliedmaßen und der Klauen sind, erläuterten Dr. Ilka Steinhöfel, LfULG, Dr. Karin Eulenberger, Sächsische Tierseuchenkasse, und Andreas Pelzer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in ihren Vorträgen und gaben den über 240 Teilnehmern praktische Empfehlungen zur Senkung der die Lebensleistung schmälernden Abgangsgründe.
Welchen Beitrag verschiedene Zuchtmethoden zur Verbesserung der Lebensleistung bringen, diskutierte Dr. Uwe Bergfeld, LfULG, und begründete sein Plädoyer für die Reinzucht und die genomische Selektion mit dem noch ausreichend vorhandenen Spielraum bei den Fitnessmerkmalen in der heimischen Milchrindpopulation. Mit Andreas Kaiser, Landwirtschaftsbetrieb Kaiser Großnaundorf, und Thomas Adler, Agrargenossenschaft Großröhrsdorf e.G., stellten abschließend zwei Praktiker ihre Milchviehbetriebe vor und luden die Teilnehmer zur Besichtigung ein.
