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Ausbildungsberuf Fachpraktiker/in Landwirtschaft

1. Berufstätigkeit / Berufsbeschreibung

Der Ausbildungsberuf Fachpraktiker/in Landwirtschaft ist ein Ausbildungsberuf der Landwirtschaft. Diese Berufsausbildung betrifft arbeits- und bildungsfähige Jugendliche und Erwachsene, bei denen auf Grund ihrer Behinderung auch bei unterstützenden Maßnahmen in der berufstheoretischen und in der berufspraktischen Ausbildung ein Ausbildungsabschluss in den nach § 4 Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannten Ausbildungsberufen zunächst nicht erreicht werden kann.

Die Berufsausbildung wird nach der Ausbildungsregelung über die Berufsausbildung Fachpraktiker/in Landwirtschaft des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geleogie durchgeführt.

Anforderungen

Grundsätzlich kann nur derjenige - unabhängig vom Abschluss an der allgemeinbildenden Schule bzw. Förderschule (Sonderschule) - diesen Beruf erlernen, wenn über den psychologischen Dienst der Arbeitsagentur die Bestätigung zur Aufnahme des Berufs vorliegt (Gutachten).

Ausbildungsorte

Die Ausbildung findet in Betrieben und/oder Ausbildungseinrichtungen der Landwirtschaft statt.

Diese Betriebe/Ausbildungseinrichtungen müssen als Ausbildungsstätten für den Beruf Fachpraktiker/in Landwirtschaft durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geleogie,Referat Berufliche Bildung, Zuständige Stelle anerkannt sein und ein Anerkennungsverfahren durchlaufen haben.

Ausbildungsziel

Die Berufsausbildung soll Behinderte befähigen, Tätigkeiten im landwirtschaftlichen Bereich zu verrichten.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel drei Jahre.

 

2. Ausbildungsinhalte

  • Umgang mit Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen der Landwirtschaft
    (einschließlich Wartung, Pflege und einfache Instandsetzung)
  • Versorgung, Haltung, Nutzung von Tieren; Tierschutz, Tierwohl
  • Bearbeitung und Pflege des Bodens
  • Erzeugung und Ernte pflanzlicher Produkte
  • Arbeits- und Umweltschutz

2.1. Berichtsheftführung

Das Berichtsheft beinhaltet tägliche Aufzeichnungen über die theoretische, außerbetriebliche Ausbildung, die von den Auszubildenden kontinuierlich angefertigt werden.


Pro Ausbildungsjahr sind fünf Themen als Berichte zu erarbeiten. Als Bestandteil des Berichtshefts ist das Herbarium zu führen. Bis zur beruflichen Abschlussprüfung sind 15 Pflanzen unter Berücksichtigung der spezifischen Pflanzenkenntnislisten zu herbarisieren, davon bis zur Zwischenprüfung acht Pflanzen. Die Ausfertigung erfolgt individuell und unter Beachtung der Behinderung.

3. Prüfungen

3.1. Zwischenprüfung

Im zweiten Ausbildungsjahr wird der erreichte Ausbildungsstand in einer praktischen und schriftlichen Zwischenprüfung ermittelt.

3.2. Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung wird praktisch und schriftlich durchgeführt. Mit dem erfolgreichen Bestehen der Prüfung wird die Berufsbezeichnung Fachpraktiker/in Landwirtschaft erworben.

4. Fortbildungsmöglichkeiten, Aufstiegschancen

Beim Übergang von einer Berufsausbildung gemäß § 66 BBiG zu einer Berufsausbildung gemäß § 4 BBiG in der Landwirtschaft, ist auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen (bis zu zwölf Monaten), wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird (§ 8 BBiG).