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Breitbandinternetversorgung für die Gemeinde Bockau

Im Jahr 2009 hat der Erzgebirgskreis eine detaillierte Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse zur Internetversorgung im Landkreis erstellen lassen. Erwartungsgemäß wies die Studie für weite Teile des Landkreises eine nur unzureichende Internetversorgung aus.

Die Ergebnisse der Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse nahm das Regionalmanagement »Westerzgebirge« zum Anlass im April 2010 eine Arbeitsgruppe zu gründen. In dieser Arbeitsgruppe wurden sämtliche Akteure vereint, die das Projekt vorantreiben und unterstützen konnten. Vertreten waren die betreffenden Kommunen, die KISA sowie ortsansässige Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche.
Aus dieser Arbeitsgruppe ist u.a. auch das Projekt »Breitbandinternetversorgung für die Gemeinde Bockau« hervorgegangen. Der Projektträger  km3 teledienst GmbH mit Sitz in Grünhain-Beierfeld war von Beginn an ein aktives Mitglied der Arbeitsgruppe.

Geschäftsführer der km3 teledienst GmbH

Geschäftsführer der km3 teledienst GmbH Herr Bielagk (r.) und Herr Lötzsch (l.)

Der Clou an diesem Projekt ist, dass zur Bereitstellung eines breitbandigen Internetsignals auf die vorhandene Infrastruktur der Kabel-TV-Anlage zurückgegriffen wurde. Aufgrund des bewegten Reliefs in der Erzgebirgsregion und des dadurch schlechten Fernsehempfangs haben sich bereits zu DDR-Zeiten zahlreiche Kabelgemeinschaften mit gemeinschaftlichen Antennenanlagen gebildet. Die vorhandene Infrastruktur wurde mit verhältnismäßig geringem baulichem und technischem Aufwand und zudem deutlich kostengünstiger, als dies im Falle eines DSL-Ausbaus möglich gewesen wäre, umgerüstet. Hierfür wurden das Kabelnetz der Antennenanlage rückkanalfähig gemacht, neue Richtfunkstrecken errichtet und die Kopfstation umgebaut sowie ein sog. CMTS (Cable Modem Termination System), das eigentliche technische Herzstück zu Verbreitung und Verteilung des Internetsignals, angeschafft und installiert.

Kopfstation in Bockau

Kopfstation auf dem Dachboden eines Hauses in Bockau

Für die Gemeinde Bockau bzw. die Bürger und ortsansässigen Unternehmen war der Breitbandausbau ein großer Gewinn. Als Beispiel sei die Gärtnerei Teubner genannt. Die Familie Teubner betreibt neben ihrem Gartenbaubetrieb ein Floristikgeschäft und ist FLEUROP-Lieferpartner. Gerade im Schnittblumengeschäft sind Frische und schnelle Lieferung ein Wettbewerbsvorteil. Zur Annahme und Weiterleitung von Bestellungen sowie für die Erledigung von Bankgeschäften ist ein leistungsfähiger Internetzugang essentiell. Nach Auskunft von Frau Teubner liegen die Lieferzeiten bei Bestellungen im Schnittblumen-Großhandel inzwischen bei unter 24 h. Als die Möglichkeit der Internetnutzung noch nicht bestand, dauerte die Lieferung etwa einen Tag länger. Die Gestaltung eines eigenen Internetauftritts zur Präsentation des Unternehmens ist für dieses Jahr geplant.
Auch die Feuerwehr Bockau und somit alle Bürger der Gemeinde profitieren von der neuen Breitbandversorgung. Die Feuerwehr Bockau ist First Responder (Ersthelfer für ärztliche Versorgung). Das schnelle Zugreifen auf Daten kann hier überlebenswichtig sein. Die Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt. In medizinischen Notfällen, bei Unfällen, Bränden oder Havarien ist die Feuerwehr bei Einsätzen innerhalb des Gemeindegebietes innerhalb von 3,5 Minuten nach Eingang des Notrufes am Einsatzort.

Floristikgeschäft Teubner in Bockau

Floristikgeschäft Teubner in Bockau, Frau Teubner (r.) und Mitarbeiterin

First Responder-Einsatzfahrzeug Feuerwehr Bockau

First Responder-Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Bockau, Herr Georgi

Das Vorhaben wurde über Kap. A der Förderrichtlinie »Integrierte Ländliche Entwicklung« (RL ILE) gefördert.