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Gewässerunterhaltung

Eine wesentliche Aufgabe der Landestalsperrenverwaltung ist es, die Gewässer I. Ordnung und die Grenzgewässer ständig in einem guten Zustand zu halten. Dazu zählen insbesondere die Pflege der Gewässerbetten und Ufer sowie die Unterhaltung von landeseigenen Hochwasserschutzdeichen und wasserbaulichen Anlagen.

Zum guten Zustand der Gewässer gehört laut der europäischen Wasserrahmenrichtlinie auch, dass die Flüsse für Fische und andere Wasserlebewesen durchgängig sind. Deshalb gibt es Durchgängigkeitsprogramme der EU und des Freistaates Sachsen, die die Landestalsperrenverwaltung umsetzt. Dabei werden an Gewässern mit vielen Wanderfischen beispielsweise alte oder nicht mehr benötigte Wehre beseitigt oder Fischpässe angelegt.

Ingenieurbiologische Bauweisen

Zur nachhaltigen Ufersicherung und der Strukturverbesserung von Gewässern setzt die Landestalsperrenverwaltung auf ingenieurbiologische Bauweisen. Das bedeutet, dass bei Sicherungsmaßnahmen vielerorts standortgerechte Pflanzen oder Pflanzenteile verwendet werden, die entweder allein oder in Verbindung mit unbelebten Baustoffen eine technische Funktion erfüllen. So sichert die LTV, wo es möglich ist, Ufer, Böschungen und das Vorland mit Bäumen und Sträuchern sowie geschlossenen Grasflächen. Mit begrünten Steinschüttungen, Böschungsmatten und ähnlichem kommen auch kombinierte Bauweisen zum Einsatz. 

Damit erfüllen sie nicht nur eine technische Aufgabe, sie unterstützen auch den Hochwasserschutz und eine möglichst naturnahe Gewässerentwicklung. Durch ingenieurbiologische Bauweisen entstehen gewässertypische Lebensräume, die Eigenentwicklung von Flüssen wird gefördert und deren ökologische Funktionen gesichert. 

In dicht bebauten Orten sowie im Gebirge sind der Ingenieurbiologie allerdings Grenzen gesetzt.

 

Technik zur Gewässerunterhaltung

Zur Gewässerunterhaltung ist in einigen Flussmeistereien spezielle Technik im Einsatz.

Schreitbagger werden zum Beispiel zur Böschungsbefestigung oder Flussbettberäumung eingesetzt. Im Gegensatz zu normalen Baggern können sie durch ihr spezielles Fahrwerk in Flussläufen problemlos bis zu einer gewissen Tiefe arbeiten. Um ins Wasser zu gelangen, benötigen Schreitbagger keine Rampe und können darüber hinaus auch auf steilen Böschungen gerade stehen. Außerdem belasten sie den Boden deutlich weniger als Rad- oder Kettenfahrzeuge.

So genannte Mäh- oder Entkrautungsboote kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Gewässerabschnitte, die schwer von Land erreichbar sind, von zu starkem Pflanzenbewuchs befreit werden sollen. Mähboote mit Schraubenantrieb oder amphibische Fahrzeuge schneiden den Bewuchs dabei mit Messern am Bug. Die amphibischen Fahrzeuge haben zudem den Vorteil, dass sie sich auf Raupenbändern fortbewegen, nicht einsinken und unabhängig vom Wasserstand im Gewässer arbeiten können. Außerdem können sie in dicht bewachsenen Gewässerabschnitten arbeiten, belasten die Gewässerränder nicht und Sedimente im Flussbett werden weniger stark verwirbelt.

Hinzu kommt ein Mähkorb. Dieses Gerät kann an einen Bagger montiert werden und wird zur Mahd von Schilf und anderen Unterwasserpflanzen verwendet. Mähboote mit Messerbalken und Mähkorb zählen zu den schonenden maschinellen Geräten zur Gewässerunterhaltung

Unterhaltung von Anlagen

Bestandteile der Gewässer sind auch Anlagen, wie Wehre oder Sohlenbauwerke, die unter anderem das Gefälle, den Wasserstand oder Durchflussmengen regulieren oder der Wasserverteilung dienen. Für viele dieser Anlagen ist der Freistaat Sachsen zuständig, weshalb ihre Unterhaltung in der Verantwortung der Landestalsperrenverwaltung liegt.

Der ordnungsgemäße Zustand dieser Anlagen wird durch die Mitarbeiter der Flussmeistereien regelmäßig kontrolliert. In Ausnahmesituationen wie Hochwasser oder Eisbildung finden verstärkte Kontrollen statt. An den Wehren werden im Rahmen der Eigenüberwachung neben visuellen Kontrollen auch messtechnische Überwachungen und turnusmäßig Funktionsproben durchgeführt. Ihre Häufigkeit hängt von der Größe und der Komplexität der Anlagen ab.

Die Wartung und Pflege an Anlagen erfolgt vorwiegend in Eigenleistung und umfasst zum Beispiel die Beseitigung von Schwemmgut, das Schmieren beweglicher Teile, Korrosionsschutz, Ersatz einzelner Baugruppen, Instandhaltung der Zugänge sowie das Ausbessern kleinerer Bauwerksschäden. Ist die Standsicherheit oder Funktionsfähigkeit einer Anlage trotz regelmäßiger Unterhaltung nicht mehr gegeben, werden Instandsetzungen durchgeführt, die auch zum kompletten Um- oder Rückbau einer Anlage führen können. Das gleich gilt auch, wenn die Gewässerdurchgängigkeit verbessert oder hergestellt werden muss. 

Gewässer I. Ordnung

Die Gewässer I. Ordnung sind die Abschnitte von Bächen und Flüssen, für die der Freistaat Sachsen verantwortlich ist.
Eine vollständige Liste dieser Gewässer befindet sich in Anlage 1 zum Sächsischen Wassergesetz.

Grenzgewässer

Der Freistaat Sachsen liegt im Dreiländereck mit Polen und der Tschechischen Republik. Die Landestalsperrenverwaltung arbeitet unter anderem in den Grenzgewässerkommissionen eng mit den Nachbarländern zusammen.

In den Kommissionen werden unter anderem Unterhaltungsmaßnahmen an den rund 300 Kilometern gemeinsamen Grenzflüssen abgestimmt.
Auch bei der Überwachung und dem Schutz von Trinkwasserschutzgebieten gibt es einen Erfahrungsaustausch. Zum Beispiel wurde in den letzten Jahren eine Schutzzone für das Einzugsgebiet der Talsperre Gottleuba auf tschechischem Staatsgebiet festgesetzt. Derzeit prüfen die tschechischen Behörden die Einrichtung ähnlicher Schutzzonen für weitere Trinkwassertalsperren der LTV.

Darüber hinaus spielt die Zusammenarbeit beim Hochwasserschutz eine große Rolle. Da die Elbe und andere sächsische Flüsse in Tschechien entspringen, ist für Sachsen auch der Hochwasserschutz dort von großem Interesse. So können beispielsweise durch abgestimmtes Talsperrenmanagement Spitzenzuflüsse abgefangen und Schäden gemindert werden.

Sächsische Grenzgewässer sind unter anderem:

  • Bahra
  • Flöha
  • Freiberger Mulde
  • Gottleuba
  • Lausitzer Neiße
  • Müglitz
  • Pöhlbach
  • Preßnitz
  • Schwarze Pockau 
  • Sebnitz
  • Spree
  • Wilde Weißeritz
  • Zwota

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Bild: Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

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