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Staumeisterei Witznitz/Sermuth

Die Staumeisterei Witznitz/Sermuth mit ihrem Dienstsitz in Witznitz betreibt und unterhält folgende wasserwirtschaftlichen Anlagen: das Speicherbecken Witznitz mit dem Muldewasserüberleitungssystem, das Speicherbecken Lobstädt, den Stausee Rötha und das Hochwasserrückhaltebecken Stöhna. Alle Anlagen gehören zum Speichersystem Untere Pleiße.

Speicherbecken Witznitz

Das Speicherbecken Witznitz ist ein ehemaliges Tagebaurestloch und befindet sich in der Nähe der Stadt Borna im Landschaftsschutzgebiet Wyhraaue. Bereits in den 1960er Jahren wurde es zum Wasserspeicher ausgebaut. Heute dient es als Brauchwasserversorger für Kraftwerke und Chemieunternehmen im Raum Böhlen/Lippendorf. Neben der Brauchwasserbereitstellung hat das Speicherbecken Witznitz eine bedeutende Aufgabe zum Rückhalt von Hochwasser aus der Eula und Wyhra. Außerdem wird es zur gewerblichen Fischerei, zum Wassersport und Baden genutzt.

Speicherbecken Witznitz

Speicherbecken Witznitz
(Foto: LTV / Kirsten Lassig)

Gewässer Eula und Wyhra
Gesamteinzugsgebiet 422 km²
Gesamtstauraum 27,2 Mio. m³
davon Betriebsraum 12,2 Mio. m³
davon Hochwasserschutzraum 4,4 Mio. m³
Absperrbauwerk Erddamm aus bindigem Erdstoff ohne Dichtungselemente
Höhe über Gelände 5,5 m
Dammlänge 845 m
Dammneigung luftseitig 1:3
Dammneigung wasserseitig 1:10

 

Muldewasserüberleitungssystem

Zur Brauchwasserbereitstellung für die Chemiestandorte Böhlen/Espenhain wurde bereits 1962 ein System für die Überleitung von Muldewasser zum Speicherbecken Witznitz in Betrieb genommen. 1996 bis 2000 wurde das gesamte System erneuert und dient jetzt der Brauchwasserbereitstellung für den Chemiestandort Böhlen/Lippendorf. Das Muldewasserüberleitungssystem ist circa 30 Kilometer lang. Es verläuft von Sermuth, beginnend am Zusammenfluss von Freiberger und Zwickauer Mulde, über Bad Lausick bis zum Speicherbecken Witznitz.

Das Wasser wird am Pumpwerk Sermuth aus der Freiberger Mulde gepumpt, anschließend in einer circa 3,5 Kilometer langen Druckrohrleitung und danach über eine Freispiegelleitung sieben Kilometer weit nach Etzoldshain gefördert. Von Etzoldshain fließt es im Steingrundbach bis zu dessen Zusammenfluss mit der Eula in das Speicherbecken Witznitz. Die natürlichen Gewässer Steingrundbach und Eula wurden zu diesem Zwecke ausgebaut. Zum System gehören noch verschiedene Betriebseinrichtungen, u.a. das Wehr Haubitz, das das Einleiten des geförderten Muldewassers in das Speicherbecken Witznitz gewährleistet.

Mit der Druckrohrleitung wird das Muldewasser über die Wasserscheide zwischen dem Mulde- und Weiße-Elster-Gebiet auf circa 70 Meter Höhe gepumpt. Die Überleitung besitzt eine maximale Leistungsfähigkeit von 2 Kubikmetern pro Sekunde.

Wasserentnahme Freiberger Mulde
Wassereinleitung über Steingrundbach und Eula in das Speicherbecken Witznitz
max. Überleitungsmenge 2 m³/s
Förderhöhe 75 m
Rohrleitungslänge 10,5 km (DN 1000 bis DN 1400)
Gewässerlänge der Überleitung 27,8 km
Installierte Pumpenleistung 2,5 MW

Speicherbecken Lobstädt

Das Speicherbecken Lobstädt liegt westlich der Stadt Borna am Stadtrand von Lobstädt. Bis 1958 nutzte es das damalige Braunkohlewerk Borna als Spül- und Absetzbecken für Asche. Bis 1995 stellte es Kühlwasser für das Kraftwerk Borna bereit. Mit der Schließung des Kraftwerkes verlor der Speicher Lobstädt seine Bedeutung als Brauchwasserlieferant.

Weiterhin diente das Speicherbecken Lobstädt dazu, niedrige Wasserstände in der Wyhra durch Einleitung von Pleißewasser zu erhöhen beziehungsweise Hochwasserspitzen in der Pleiße zu mindern. Den Zulauf ermöglichte ein fest in der Pleiße errichtetes Wehr. Heute ist der Zulaufgraben durch einen Damm von der Pleiße abgesperrt, bis eine Instandsetzung realisiert werden kann.

Die Aufgabe des Beckenss besteht derzeit darin, den behördlich festgelegten Wasserstand zu halten (zur Grundwasserregulierung).

Grundablass des Speicherbeckens Lobstädt

Speicherbecken Lobstädt, Grundablass
(Foto: LTV)

Gewässer Zulauf Pleiße
Gewässer Ablauf Wyhra
Einzugsgebiet 795 km²
Gesamtstauraum 1,09 Mio. m³
Betriebsraum 0,03 Mio. m³
Leistungsfähigkeit des Zulaufgrabens 5 m³/s
Leistungsfähigkeit des Ablaufstollens 20 m³/s

Stausee Rötha

Der Stausee Rötha ist die älteste Anlage des Speichersystems Untere Pleiße und liegt am Stadtrand von Rötha und Böhlen, circa 15 Kilometer von Leipzig entfernt. Er wurde bereits 1942 fertig gestellt. Damals hatte er etwa die doppelte Wasserfläche des heutigen Sees. Mit dem Fortschreiten des Tagebaus Witznitz wurde der südliche Teil des Sees in den 1960er Jahren trocken gelegt und überbaggert.

Gebaut wurde der Stausee für die Brauchwasserversorgung der Industrie in der Region. Bis heute ist das neben dem Hochwasserschutz seine Hauptaufgabe.

Er ist aber auch ein Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und einer Trainingsstätte für den Wassersport sowie ein bekanntes Angelgewässer.

Stausee Rötha

Stausee Rötha
(Foto: LTV)

Gewässer Zulauf Pleiße
Einzugsgebiet 1.257 km²
Gesamtstauraum 1,33 Mio. m³
Betriebsstauraum 0,275 Mio. m³
Hochwasserschutzraum 0,107 Mio. m³
Absperrbauwerk Erddamm
Höhe über Gelände 5,3 m
Länge 1,67 km
Neigung luftseitig 1:3
Neigung wasserseitig 1:2

 

Hochwasserrückhaltebecken Stöhna

Das Hochwasserrückhaltebecken Stöhna schließt das Speichersystem Untere Pleiße kurz vor Leipzig ab. Es liegt etwa sieben Kilometer vor dem Zusammenfluss von Pleiße und Weißer Elster und ist die letzte Möglichkeit, ein Pleißehochwasser von den Städten Leipzig und Markkleeberg abzuwenden.

Durch die Verbindung von großen Wasserflächen und Auewald ist die Gewässerlandschaft der Pleiße ein wichtiger Naturraum in Sachsen. Das gesamte 3.500 Quadratkilometer große Areal kann touristisch genutzt werden. Außerdem haben sich dort in mehreren Natur- und Landschaftsschutzgebieten seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt.

Hochwasserrückhaltebecken Stöhna

Hochwasserrückhaltebecken Stöhna
(Foto: LTV)

Gewässer Pleiße
Einzugsgebiet 1.438 km²
Gesamtstauraum 11,35 Mio. m³
Hochwasserschutzraum 11,06 Mio. m³
Absperrbauwerk Erddamm mit beckenseitiger Lehmdichtung
Höhe über Gelände 8,5 m
Länge 170 m
Neigung luftseitig 1:3
Neigung wasserseitig 1:4,5

 

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Sitz der Staumeisterei Witznitz/Sermuth

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