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Staumeisterei Oberlausitz Süd-Ost

Die Staumeisterei Oberlausitz Süd-Ost mit ihrem Dienstsitz in Bautzen, betreibt und unterhält folgende wasserwirtschaftlichen Anlagen: die Talsperre Bautzen mit der Vorsperre Oehna und dem Vorbecken Neumalsitz, die Talsperre Quitzdorf mit dem Polder Reichendorf und dem Schöpfwerk Kollm, die Hochwasserrückhaltebecken Göda, Karlsdorf, Schmölln sowie den Speicher Nebelschütz.

Talsperre Bautzen

Die Talsperre Bautzen liegt nordöstlich der Stadt Bautzen. Sie wird durch das Wasser der Spree gespeist. Dort, wo sich heute der knapp sechs Quadratkilometer große Stausee befindet, standen früher die Dörfer Malsitz und Nimschütz.
Die Bauarbeiten für die zweitgrößte Talsperre Sachsens begannen 1968. Zuvor wurden die Bewohner der beiden Dörfer umgesiedelt. Obwohl der Bau der Talsperre erst 1975 vollständig abgeschlossen werden konnte, begann bereits 1974 der Probestau. Seit 1977 befindet sich die Talsperre Bautzen im Dauerbetrieb. Charakteristisch für die Talsperre sind ihre beiden Absperrbauwerke – zwei getrennt angeordnete Erdschüttdämme gleicher Bauart. Zwischen 1999 und 2002 wurde die Talsperre komplett saniert.

Im Verbund mit den anderen Stauanlagen im Spreegebiet kommt der Talsperre Bautzen eine große wasserwirtschaftliche Bedeutung zu. Ihre Abgaben stellen sicher, dass ausreichend Wasser im Flussunterlauf zur Verfügung steht und bei Bedarf Niedrigwasser der Spree in Brandenburg und Berlin aufgehöht werden kann. Auch für die Teichwirtschaft entlang der Spree und der Kleinen Spree stellt die Talsperre Wasser bereit.
Bedeutung hat die Talsperre auch als Experimentalgewässer. Denn bereits seit 1981 führt das hydrobiologische Institut der TU Dresden hier ein Langzeitexperiment durch – das weltweit größte seiner Art. Es untersucht, wie sich die Nahrungskette in Gewässern steuern lässt.
Weiterhin übt die Talsperre Bautzen eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz aus.

Mit der Talsperre Bautzen besitzt die Oberlausitz seit 1977 ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Möglichkeiten zum Camping, Wandern und Radfahren. Über den kleinen Staudamm führt ein Rundweg und es  gibt es einen Info-Pavillon. Der See war außerdem bereits mehrfacher Austragungsort seesportlicher Wettkämpfe.

Talsperre Bautzen

Talsperre Bautzen
(Foto: LTV / K. Lassig)

Bauzeit 1968 - 1975
Gestautes Gewässer Spree
Gesamteinzugsgebiet 310,47 km² davon ca. 70 km² in Tschechien
Stauraum 44,63 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes 2 lagegetrennte Erdschüttdämme (Dammtrassen I und III) gleicher Bauart mit wasserseitig bituminöser Außenhautdichtung und Untergrund-Schlitzwand aus Tonzementbeton
Höhe über der Gründungssohle 17,75 m (Damm I), 18,75 m (Damm III) 
Höhe der Mauerkrone 171,75 m NN (Damm I und III)
Kronenlänge 1.652 m (Damm I), 426 m (Damm III)
Kronenbreite

5,3 m (Damm I), 5 m (Damm III)

Bauwerksvolumen 950.000 m³

Vorsperre Oehna

Die Vorsperre Oehna riegelt die Spree an der gleichnamigen Ortschaft mittels eines Schüttdammes ab und ist der Talsperre Bautzen vorgelagert. Sie ist für den kontrollierten Rückhalt der von der Spree antransportierten Materialien erforderlich.

Im Rahmen der 1999 begonnen Komplexsanierung wurde erstmals eine Beräumung der Vorsperre durchgeführt. Hierbei wurden insgesamt 216.000 Kubikmeter Kiese und Sedimente abgebaggert und entsorgt.

Bauzeit 1968 - 1975
Gestautes Gewässer Spree
Gesamteinzugsgebiet 310 km²
Stauraum 1,144 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes Erdschüttdamm mit zentraler Kerndichtung aus Lößlehm
Höhe über der Gründungssohle 10,7 m
Höhe der Bauwerkskrone 171,53 m ü. NN
Kronenlänge 102 m
Kronenbreite 3 m
Bauwerksvolumen 30.000 m³

Vorbecken Neumalsitz

In Neumalsitz bei Bautzen staut ein Straßendamm einige Bachläufe zu einem Vorbecken. Sie münden direkt in die Talsperre Bautzen. Die Stauanlage dient zum Rückhalt von Geschiebe und Sedimenten. Genutzt wird das Vorbecken vor allem zur Binnenfischerei. Der Straßendamm ist ein homogener Erddamm.

Bauzeit 1968 - 1975
Gestautes Gewässer Neumalsitzer Wasser
Stauraum 0,05 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes homogener Erddamm (Straßendamm)
Höhe über der Gründungssohle 5,2 m
Höhe über Gelände 4,8 m
Höhe der Mauerkrone 170,68 m ü. NN
Kronenlänge 201,2 m
Kronenbreite 10 m

Talsperre Quitzdorf

Die Talsperre Quitzdorf ist mit einer Wasserfläche von etwa 750 Hektar eine der größten Stauanlagen Sachsens. Sie staut den Schwarzen Schöps. Sie wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, um dem nahen Braunkohlekraftwerk Boxberg das erforderliche Kühlwasser zu liefern. Der Ort Quitzdorf musste dem Vorhaben weichen. Das eher langsame Wachsen des Projektes brachte es aber mit sich, dass die Bewohner erst 1969 ihren Heimatort endgültig verlassen mussten. Der Bau der Talsperre wurde 1965 begonnen, 1972 fertig gestellt und 1974 konnte die Anlage ihren Betrieb aufnehmen.

Heute dient sie dem Hochwasserschutz und gibt in Trockenperioden Wasser an die Flüsse der Region ab. Wenn ausreichend Wasser in der Talsperre vorhanden ist, kann es auch dazu genutzt werden, ehemalige Tagebaue in der Lausitz zu fluten. Seit Jahren hat die Talsperre eine große Bedeutung für die Binnenfischerei. Denn im Stausee gibt es viele verschiedene Speisefische wie Plötze, Bleien, Schleien oder Karpfen.

Die Talsperre ist heute ein Naturschutzreservat. Beobachten lassen sich dort in Deutschland selten gewordene Tiere wie der Fischotter, Seeadler, Eisvogel oder Weißstorch.

Talsperre Quitzdorf

Talsperre Quitzdorf
(Foto: LTV / K. Lassig)

Bauzeit 1965 - 1972
Gestautes Gewässer Schwarzer Schöps
Gesamteinzugsgebiet 175,63 km²
Stauraum 20,927 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes Erdschüttdamm mit mittig angeordneter Kerndichtung aus Tonbeton
Höhe über der Gründungssohle 11,5 m
Breite der Gründungssohle 11,14 m
Höhe über Talsohle 10,5 m
Höhe der Bauwerkskrone 162,44 m ü. NN
Kronenlänge 1.500 m
Kronenbreite 4 m
Bauwerksvolumen 200.000 m³

Polder und Schöpfwerk Kollm

Das Schöpfwerk Kollm entwässert einen zehn Hektar großen, teilweise bewohnten Polder, indem das Oberflächenwasser in die Talsperre Quitzdorf übergepumpt wird. Das Schöpfwerk beherbergt Niederspannungs-Kreiselpumpen mit entsprechender Steuerungs- und Überwachungstechnik. Bei Stromausfall sorgt eine Netzersatzanlage im Gebäude dafür, dass der Betrieb aufrecht erhalten wird.

Schöpfwerk Kollm

Schöpfwerk Kollm
(Foto: LTV)

Bauzeit 1965 - 1972
Gefördertes Gewässer Kollmer Weinberggraben
Gesamteinzugsgebiet 4,25 km²
Art des Absperrbauwerkes Damm aus Sand und Kies mit geneigter Innendichtung aus Moorboden
Höhe über der Gründungssohle 156 m ü. NN
Breite der Gründungssohle ca. 40 m
Höhe der Bauwerkskrone 162 m ü. NN
Kronenlänge 360 m
Kronenbreite 3,5 m
Leistung Pumpen hydraulisch 3 x 700 l/s
Leistung Pumpen elektrisch 3 x 55 kW

Hochwasserrückhaltebecken Göda

Das Hochwasserrückhaltebecken Göda befindet sich am Rand des gleichnamigen Ortes. Es wurde Anfang der 1960er Jahre als so genanntes grünes Becken angelegt. Nur bei Hochwasser sammelte sich Wasser darin. Durch einen Umbau in den Jahren 1987 bis 1989 wurde allerdings ein Teildauerstau ermöglicht, um das Speicherwasser für die Landwirtschaft zu nutzen.

Die Anlage enthält normalerweise ständig rund 130.000 Kubikmeter Wasser und kann bei Hochwasser weitere 297.000 Kubikmeter aufnehmen. Es wird außerdem zum Angeln genutzt.

Hochwasserrückhaltebecken Göda

Hochwasserrückhaltebecken Göda
(Foto: LTV)

Bauzeit 1961 - 1962
Gestautes Gewässer Langes Wasser
Gesamteinzugsgebiet 29,01 km²
Stauraum 0,43 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes Erddamm
Höhe über der Gründungssohle 7,5 m
Höhe über Gelände (Talsohle) 193,25 m ü. NN
Höhe der Bauwerkskrone 200,68 m ü. NN
Kronenlänge 183 m
Kronenbreite 3 m
Bauwerksvolumen 17.000 m³

Hochwasserrückhaltebecken Karlsdorf

Das Hochwasserrückhaltebecken Karlsdorf befindet sich in der Nähe von Karlsdorf am Schwarzwasser. Es wurde ebenfalls zunächst als grünes Becken angelegt und später für die potentielle Brauchwasserbereitstellung in eine Anlage mit Teildauerstau umgewandelt. 2003 wurde das Ablassbauwerk neu gebaut und die natursteinausgekleideten Bauwerke wie die Hochwasserentlastung, das Grundablassgerinne und das Tosbecken saniert.

Das Gewässer ist vor allem bei Anglern beliebt. Außerdem gibt es einen Wanderweg, der am Hochwasserrückhaltebecken vorbeiführt.

Hochwasserrückhaltebecken Karlsdorf

Hochwasserrückhaltebecken Karlsdorf 
(Foto: LTV)

Bauzeit 1959 - 1962
Gestautes Gewässer Schwarzwasser
Gesamteinzugsgebiet 15,13 km² (Teileinzugsgebiet 10,34 km²)
Stauraum 0,324 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes Zonendamm mit wasserseitiger Lehmschürze
Höhe über der Gründungssohle 7,6 m
Höhe der Bauwerkskrone 232 m ü. NN
Kronenlänge 280 m
Kronenbreite 3 m
Bauwerksvolumen 22.000 m³

Hochwasserrückhaltebecken Schmölln

Das Hochwasserrückhaltebecken Schmölln befindet sich circa einen Kilometer östlich des Ortes Schmölln. Es ist nur wenig bekannt, da es unauffällig in die Landschaft integriert ist. Die Anlage wurde als grünes Becken angelegt. Es soll den Hochwasserschutz am Schwarzwasseroberlauf verbessern. In diesem Becken wird Wasser nur bei Hochwasser eingestaut.

Hochwasserrückhaltebecken Schmölln

Hochwasserrückhaltebecken Schmölln
(Foto: LTV)

Bauzeit 1956 - 1957, Inbetriebnahme 1958
Gestautes Gewässer Schwarzwasser
Gesamteinzugsgebiet 4,79 km²
Stauraum 0,1525 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes homogener Erddamm
Höhe über der Gründungssohle 6,4 m
Höhe der Bauwerkskrone 311 m ü. NN
Kronenlänge 224 m
Kronenbreite 3 m
Bauwerksvolumen 9.000 m³

Speicher Nebelschütz

Der Speicher Nebelschütz wurde Ende der 1980er Jahre gebaut. Er wurde unter anderem zur Brauchwasserbereitstellung in der Landwirtschaft genutzt. Zwischenzeitlich war der Speicher auch ein Angelgewässer. Heute dient er dem Hochwasserschutz für die Orte Nebelschütz und Deutschbaselitz.

Nach Übernahme des Speichers durch die LTV im Jahr 2004 wurde der Speicher einer detaillierten Bauzustandsuntersuchung unterzogen. Aufgrund der mangelhaften Betriebssicherheit wurde die Stauhaltung im Mai 2006 aufgegeben. Seit diesem Zeitpunkt wird die Anlage als Grünbecken betrieben. Es ist vorgesehen, die Stauanlage zu sanieren.

Speicher Nebelschütz

Speicher Nebelschütz
(Foto: LTV)

Bauzeit 1987 - 1989
Gestautes Gewässer Jauer
Gesamteinzugsgebiet 14,3 km²
Stauraum 0,272 Mio. m³
Art des Absperrbauwerkes homogener Erddamm aus Gehängelehm
Höhe über der Tahlsohle 5,9 m
Höhe der Bauwerkskrone 171,4 m ü. NN
Kronenlänge 260 m
Kronenbreite 3 m

 

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