22.08.2018

Zwei Jahre Zukunftsinitiative simul+

MP Kretschmer und StM Schmidt auf der Bühne
© Wolfgang Schmidt

Staatsminister Thomas Schmidt gibt Startschuss für Ideenwettbewerb und kündigt InnovationHub an

Am 22. August 2018 fand die dritte Auflage des simul+Zukunftsforums im historischen Güterboden in Radebeul statt. In diesem Jahr konnte Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt über 250 Gäste aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung begrüßen. Stephan Bischof führte in seiner gewohnt lockeren Art als Moderator durch das Programm.

Das Forum ist die zentrale Veranstaltung der seit 2016 laufenden Zukunftsinitiative des SMUL. Die Initiative befördert zukunftsweisende Projekte aus Sachsen in den Bereichen Umwelt, Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft und bringt potenzielle Kooperationspartner zusammen. Fokussiert wird sich dabei insbesondere auf agrartechnische- und umweltorientierte Innovationen.

So stellte der Sächsische Umweltpreisträger Prof. Dr. Henning Zeidler von der AMtopus GmbH &Co. KG aus Chemnitz ein Verfahren vor, mit dem biologische Reststoffe wie Holz- oder Kernmehl über 3D-Druckverfahren zu neuen, umweltfreundlichen und hochwertigen Sekundärprodukten verarbeitet werden können.

Die Nutzung von überflüssigem Dampf, der beispielsweise in Wäschereien oder der Papierindustrie anfällt, stand im Mittelpunkt der Präsentation von Klaus Büttner, Inhaber der isotech Gebäudetechnik e.K aus Plauen. Durch speziell entwickelte Rückgewinnungssysteme kann die Energie dieses Dampfes sowohl für Heizungs- als auch für Kühlungszwecke verfügbar gemacht werden. 2018 wurde das Verfahren mit dem Umweltpreis der Handwerkskammer Chemnitz prämiert.

Wie spezielle Hefezellen als Biosensoren zur Anzeige von Schadstoffen sowohl in Abwässern als auch in Oberflächengewässern genutzt werden können, zeigte Dr. Christine Schirmer vom Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik e.V. Meinsberg. Durch die Bildung fluoreszierender Proteine ist der optische Nachweis von beispielsweise Arzneimittelrückständen möglich. 

Jan Kalbitz, Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG, stellte seine Vision zur Optimierung bisher noch manueller Ernteabläufe im Obstbau vor. So soll die Weiterentwicklung des Konzepts zum Einsatz von Robotic-Elementen bei der Apfelernte führen.

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Im Jahresrückblick stellte Staatsminister Thomas ausgewählte Aktivitäten der simul+Zukunftsinitiative vor. Erstmals befasste sich eine simul+Werkstatt mit dem intelligenten Einsatz der Ressource Holz. Grenzüberschreitende und projektbezogene Kooperationen konnten mit niederschlesischen Partnern in Breslau ausgelotet werden. Zudem bot der erste simul+Stammtisch den Rahmen für einen lockeren Ideen- und Erfahrungsaustausch.

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte in seiner Rede den für ihn hohen Stellenwert der Themen Forschung und Innovation, denen er sich auch im Rahmen seiner langjährigen Zeit als Bundestagsabgeordneter und Generalsekretär verstärkt zuwendete. Er führte aus, welche großen Chancen die Nutzung innovativer Technologien für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft in Sachsen bieten. Dabei sei simul+ eine hervorragende Plattform, um technische Lösungen für neue Herausforderungen in Landwirtschaft und Umweltschutz kennenzulernen und sich untereinander auszutauschen.

Auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ließ es sich nicht nehmen, per Videobotschaft ihre Überzeugung vom Innovationspotenzial der Landwirtschaft kundzutun. Sachsen gegenüber signalisierte sie Unterstützung bei der Einrichtung digitaler Test- und Experimentierfelder, um das Leben im ländlichen Raum noch besser an die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Besondere Highlights waren in diesem Jahr die Ankündigung des »simul+InnovationHub« sowie die Auslobung des simul+Wettbewerbs »Ideen für den ländlichen Raum«.

Der simul+InnovationHub wird administrative und fachliche Kräfte bündeln, um die verschiedenen Aktivitäten im Kontext von Digitalisierung und nachhaltiger Entwicklung im Bereich Umwelt und Landwirtschaft zu koordinieren. Die Plattform soll sich als ergänzendes Netzwerk für sächsische Wissenschaftseinrichtungen, Unternehmen und Behörden des SMUL mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft etablieren.

Der neue simul+Ideenwettbewerb ist Teil der unlängst vorgestellten Strategie „Vielfalt leben – Zukunft sichern“ der Sächsischen Staatsregierung, um Bürger, Unternehmen, Vereine, Kommunen und Städte noch mehr für eine aktive Zukunftsgestaltung zu begeistern. Diese können sich mit neuartigen Ideen zur Verbesserung des Lebens im ländlichen Raum in zwei verschiedenen Kategorien bewerben und so finanzielle Förderung zur Realisierung ihrer Projekte erhalten.

Wie es funktioniert, erfahren Sie unter: www.ideenwettbewerb.sachsen.de

Im Anschluss an das Programm warteten ein Grillbuffet und musikalische Begleitung von Philipp Schoof und Partner auf die Gäste. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum regen Austausch. So wurde bei bestem Sommerwetter umfangreich genetzwerkt. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer mischte sich unter die Gäste und sprach mit den Veranstaltungsteilnehmern über deren Ideen und Projekte.

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