Umwelt-EHRENPREIS 2026
Mit dem Umwelt-EHRENPREIS 2026 würdigt der Freistaat Sachsen herausragende Leistungen und besonderes Engagement für Umwelt- und Naturschutz.
Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden im Rahmen eines Vorschlagsverfahrens nominiert. Die Fachabteilungen des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft konnten gemeinsam mit fachbezogenen Interessenverbänden besonders hervorragende Projekte, Leistungen und Aktivitäten für die Auszeichnung nominieren. Eine interne Jury unter Leitung von Herrn Staatssekretär Ulrich Menke wählte daraus die Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien »Land- und Forstwirtschaft«, »Wasser, Luft und Lärm« sowie »Naturschutz und Boden/Geologie« aus. Die Verleihung der insgesamt elf Umwelt-EHRENPREISE 2026 nahm Herr Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch am 1. Juli 2026 im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in der Sächsischen Staatskanzlei vor.
Die Auszeichnung ist jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro (für natürliche Personen) oder 5.000 Euro (für juristische Personen) sowie einer Ehrenurkunde verbunden. Als Präsent wurde jeweils eine Pflanze Ehrenpreis überreicht. Sie ist die Namensgeberin und Symbol der Preisvergabe.
Lernen Sie hier die ausgezeichneten Projekte und das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger kennen.
Schäferei Drutschmann, Dippoldiswalde
Projekt/Aktivität/Leistung: »Schäferei Drutschmann – Schafhaltung, Direktvermarktung und kreative Wollverarbeitung«
Preisgeld: 5.000 Euro
Die Schäferei und Spinnstube Drutschmann vereint seit 1998 als familiengeführter Bio-Betrieb ökologische Schäferei, Naturschutz, handwerkliche Verarbeitung und Umweltbildung auf vorbildliche Weise.
Mit ihrer extensiven Beweidung trägt die Schäferei zum Erhalt artenreicher Wiesen und wertvoller Naturschutzflächen im Müglitztal bei. Besonders schwer zugängliche Grünlandbereiche werden offengehalten und gepflegt – ein bedeutender Beitrag zur Biodiversität und Kulturlandschaftspflege. Stets im Mittelpunkt stehen dabei artgerechte Tierhaltung und das Wohl der Tiere.
Der Betrieb setzt konsequent auf regionale Wertschöpfung. Von der Direktvermarktung über die Verarbeitung der Lämmer bis zur Herstellung hochwertiger Wollprodukte entsteht eine nachhaltige Produktionskette mit hoher Transparenz. Seit mehr als 25 Jahren wird die eigene Wolle gemeinsam mit regionalen Partnern zu Garnen, Vliesen, Stoffen und Bettwaren verarbeitet und damit ein traditioneller Rohstoff sinnvoll genutzt.
Seit drei Jahrzehnten vermittelt die Familie Drutschmann Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Wissen über Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Natur. Und als Demonstrationsbetrieb Ökolandbau macht sie ökologische Landwirtschaft bei Hofführungen, Wanderungen und Bildungsangeboten unmittelbar erlebbar.
Besonders beeindruckend ist die generationsübergreifende Verantwortung innerhalb der Familie: Gegründet von Karin und Bernhard Drutschmann, wird der Betrieb heute von Tochter Manja geführt. Mit Enkel Julius wächst bereits die dritte Generation heran und verbindet Tradition mit neuen Ideen und fachlicher Kompetenz.
Stephan Schusser, Eibenstock
Projekt/Aktivität/Leistung: »Lebenswerk für naturnahe Waldwirtschaft und nachhaltige Waldentwicklung«
Preisgeld: 1.000 Euro
Stephan Schusser hat sich in außergewöhnlicher Weise um die Entwicklung der naturnahen Waldwirtschaft verdient gemacht – und das nicht nur in Sachsen. Mit seinem jahrzehntelangen Engagement in der Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Waldwirtschaft, Landesgruppe Sachsen, prägte er deren fachliche und praktische Ausrichtung nachhaltig. Über 25 Jahre war er hier als Vorsitzender tätig und wirkte zudem im Bundesvorstand mit.
Unter seiner Leitung entwickelte sich insbesondere der Forstbezirk Eibenstock zu einem bundesweit anerkannten Beispiel naturgemäßer Waldwirtschaft.
Besonders hervorzuheben ist seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen. Er vernetzte Akteurinnen und Akteure aus privaten, kommunalen und staatlichen Forstbetrieben, förderte den Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Ausbildung und vermittelte durch zahlreiche Exkursionen wertvolle Impulse für die naturnahe Waldwirtschaft.
Ein herausragender Bestandteil seines Lebenswerkes ist die Wiederansiedlung der Weißtanne in Sachsen. Unter seiner Verantwortung wurden im Forstbezirk Eibenstock rund 2.500 Hektar Weißtannen-Voranbauten durch Pflanzung und Saat begründet. Trotz Herausforderungen wie Tannensterben und hoher Wildbestände hielt er konsequent an seiner Vision stabiler Mischwälder fest.
Darüber hinaus wirkte Herr Schusser an innovativen Baumschul- und Saatverfahren mit, setzte sich früh für eine wirksame Schalenwildbejagung ein und engagierte sich für Renaturierungen, strukturreiche Waldränder und vielfältige Lebensräume. Sein Wirken prägte maßgeblich den Umbau naturferner Nadelbaumforsten zu klimaresilienten Mischwäldern. Mit fachlicher Kompetenz, Weitsicht und großer menschlicher Integrität hinterlässt er ein nachhaltiges Vermächtnis für kommende Generationen von Forstleuten.
Agrarprodukte Kitzen e.G., Pegau
Projekt/Aktivität/Leistung: »Energieautarker Gläserner Kuhstall Leipzig«
Preisgeld: 5.000 Euro
Die Agrarprodukte Kitzen e.G. hat mit dem »Gläsernen Kuhstall« am Standort Leipzig ein herausragendes Beispiel für nachhaltige, innovative und transparente Landwirtschaft geschaffen. Im Rahmen eines umfassenden Umbaus von 2019 bis 2022 wurde die Milchviehanlage konsequent auf eine klimafreundliche und ressourcenschonende Energieversorgung ausgerichtet.
Heute arbeitet der Standort vollständig energieautark und benötigt keinen Strom aus dem öffentlichen Netz. Denn: die Energie wird ausschließlich aus Rindergülle gewonnen. Dank der Kombination aus moderner Biogasanlage, Stromspeicher und intelligentem Energiemanagement können jährlich bis zu 800.000 kWh Strom erzeugt und direkt vor Ort genutzt werden – eine Energiemenge, die dem Jahresverbrauch von rund 400 Haushalten entspricht.
Auch die entstehende Wärme wird sinnvoll genutzt, unter anderem für die Kochendwasserreinigung der Melkroboter und die Wärmeversorgung des Stallkomplexes. Die verbleibenden Gärreste dienen als organischer Dünger für die betriebseigenen Flächen, auf denen wiederum Futtermittel für die Rinder wachsen. So entstand ein geschlossener, nachhaltiger Wirtschaftskreislauf, der Umwelt- und Ressourcenschutz beispielhaft verbindet.
Darüber hinaus engagiert sich die Genossenschaft in besonderem Maße für Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit. Rund 60 Schulklassen sowie zahlreiche Fach- und Interessengruppen besuchen jedes Jahr den »Gläsernen Kuhstall«. Hoffeste mit mehreren Tausend Gästen sowie Informationsangebote im Hofladen ergänzen dieses Engagement.
Vorbildhaft wird hier ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, welcher eindrucksvoll die Potenziale einer modernen und zugleich nachhaltigen Landwirtschaft aufzeigt.
Der Heckenhof, Sohland am Rotstein
Projekt/Aktivität/Leistung: »Solidarische Landwirtschaft, Umweltbildung und naturpädagogische Prozessbegleitung im Einklang«
Preisgeld: 5.000 Euro
Der Heckenhof in der Oberlausitz zeigt eindrucksvoll, wie zukunftsfähige Landwirtschaft, soziale Verantwortung und ökologische Bildung miteinander verbunden werden können. Auf 3,5 Hektar bewirtschaftet die solidarische Landwirtschaft Gemüse- und Obstflächen und versorgt rund 80 Haushalte – biologisch, gemeinschaftlich und im Einklang mit natürlichen Kreisläufen. Dabei fließen sowohl Prinzipien der biodynamischen Landwirtschaft als auch der Permakultur in die tägliche Arbeit ein.
Der Hof ist weit mehr als ein Ort der Lebensmittelproduktion. Naturbelassene Hecken, Buschland und eine Streuobstwiese mit heimischen Sorten schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und fördern die Artenvielfalt in der Region. So verbindet der Heckenhof ökologische Verantwortung mit praktischer Umsetzung und macht nachhaltiges Handeln unmittelbar erlebbar.
Besonders hervorzuheben ist die soziale und gemeinschaftsbildende Wirkung des Projekts. Offene Arbeitseinsätze und saisonale Feste bringen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammen und stärken den Zusammenhalt. Schulklassen, Geflüchtete sowie Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen erfahren auf dem Hof Teilhabe, Wertschätzung und neue Perspektiven durch die gemeinsame Arbeit mit der Natur.
Mit seinen naturpädagogischen Prozessen schafft der Heckenhof Räume für persönliche Entwicklung und gesellschaftlichen Wandel.
Bärbel Lehmann, Müglitztal
Projekt/Aktivität/Leistung: »Engagement für Lärmschutz im Müglitztal und auf Bundesebene«
Preisgeld: 1.000 Euro
Ursprung des langjährigen ehrenamtlichen Engagements von Bärbel Lehmann war die persönliche Betroffenheit durch massiven Motorradlärm im Müglitztal. Die landschaftlich reizvolle Strecke im Landschafts- und Naturschutzgebiet sowie NATURA-2000-Gebiet ist bei Motorradfahrern besonders an Sonn- und Feiertagen sehr beliebt. Die daraus resultierenden Lärmbelastungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner erheblich.
Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, gründete sich 2007 die Interessengemeinschaft Müglitztal. Bärbel Lehmann engagiert sich seitdem als Sprecherin der Initiative und machte das Thema Motorradlärm in Öffentlichkeit, Verwaltung und Politik sichtbar.
Ein wichtiger Meilenstein war 2013 ein Fachvortrag im Kreistag, durch den die Problematik erstmals umfassend auf politischer Ebene thematisiert wurde. 2016 folgte ein Treffen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Daraus entstand ein durch den Freistaat Sachsen finanziertes Pilotprojekt mit Verkehrsversuch im Müglitztal.
Parallel gelang es Bärbel Lehmann, Betroffene und Bürgerinitiativen in Sachsen zu vernetzen und daraus ein aktives landesweites sowie später bundesweites Netzwerk gegen Motorradlärm aufzubauen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Thema im Rahmen der Bundesratsinitiative gegen Motorradlärm. Gemeinsam mit dem MDR-Nachrichtenmagazin »Exakt« entstand eine intensive Öffentlichkeitsarbeit unter dem Leitgedanken »Miteinander statt gegeneinander«.
Bärbel Lehmann gehörte 2022 zu den Mitgründern des Bundesverbandes gegen Motorradlärm, sie hat dort bis heute eine leitende Funktion. Darüber hinaus engagiert sie sich durch Fachvorträge und den Austausch mit Behörden, Wissenschaft und Politik.
Aus persönlicher Betroffenheit entstand so eine überregionale Bewegung, die das Thema Motorradlärm dauerhaft auf die gesellschaftliche und politische Agenda gesetzt hat.
Riverbalance Clemens Kuhnitzsch, Burkhardtsdorf
Projekt/Aktivität/Leistung: »Neue Wege gehen - bürgernahe und generationenübergreifende Bewusstseinsbildung für Gewässer und Auen«
Preisgeld: 1.000 Euro
Clemens Kuhnitzsch, geboren 1996, verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gelebter Naturverbundenheit und außergewöhnlichem gesellschaftlichem Engagement. Seine tiefe Faszination für die sächsischen Bäche und Flüsse entwickelte sich bereits im jungen Alter und prägt bis heute sein berufliches und ehrenamtliches Wirken.
Nach seinem Studium der Hydrowissenschaften und Hydrobiologie an der Technischen Universität Dresden arbeitet er als freiberuflicher Hydrobiologe, Wildnispädagoge und Gewässerexperte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Umweltbildung und praktischem Naturschutz. Sein fachliches Profil erweiterte er durch die Ausbildung in Wildnispädagogik im Nationalpark Bayerischer Wald. Seit 2023 vermittelt er sein Wissen als Gastdozent für Hydrochemie an der Hochschule Mittweida, seit 2024 zudem als Umweltausbilder bei der Landesstiftung für Natur und Umwelt Sachsen sowie als zertifizierter Nationalparkführer »Fließgewässer« in der Sächsischen Schweiz.
Mit seinem Unternehmen »Riverbalance« hat Clemens Kuhnitzsch eine Plattform geschaffen, die hydrologisches Fachwissen, Naturerfahrung und ökologische Verantwortung auf besondere Weise verbindet. Sein Ziel ist es, Menschen aller Generationen für die Bedeutung gesunder Gewässer zu sensibilisieren. In Vorträgen, Seminaren, Gewässerwanderungen, Lesungen und seinem »grünen Klassenzimmer« macht er die verborgenen Lebensgemeinschaften unserer Flüsse und Bäche sichtbar und vermittelt wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich, anschaulich und begeisternd.
Darüber hinaus berät er Städte und Kommunen bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, engagiert sich in Fachverbänden und bringt den Gewässerschutz aktiv in gesellschaftliche Debatten ein. Mit seinem 2024 im oekom-Verlag erschienenen Buch »Horch mal, was da rauscht« erreicht er ein breites Publikum und zeigt eindrucksvoll, wie fundierte Wissenschaftskommunikation Menschen berühren und zum Handeln motivieren kann.
Estelle Brandt für Ökostation Naundorf (Grüne Welle Umweltverein e.V.), Naundorf
Projekt/Aktivität/Leistung: »Junge Naturwächter«
Preisgeld: 5.000 Euro
Die 13-jährige Estelle Brandt setzt sich seit 2022 mit großem Engagement und beeindruckender Eigeninitiative als Junge Naturwächterin in der Kinderumweltgruppe der Ökostation Naundorf für Natur- und Umweltschutz ein. Sie steht stellvertretend für rund 800 Junge Naturwächter in Sachsen.
An der Ökostation Naundorf engagieren sich derzeit insgesamt 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren in drei Altersgruppen der Jungen Naturwächter. Begleitet werden sie von Gruppenleiterin Annett Erdmann, die zugleich Leiterin der Naturschutzstation ist.
Estelle bringt sich regelmäßig in die Organisation der Gruppentreffen ein. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz in der Betreuung der jüngeren Kinder. Mit Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und großer Begeisterung motiviert sie andere Kinder und Jugendliche, sich ebenfalls für den Schutz der Natur einzusetzen.
Darüber hinaus berichtet Estelle engagiert über die Aktivitäten der Jungen Naturwächter auf Instagram sowie auf den Seiten der Jungen Naturwächter bei der Landesstiftung Natur und Umwelt. So trägt sie dazu bei, Umwelt- und Naturschutz sichtbar zu machen.
Estelle Brandt steht beispielhaft für junge Menschen, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft gestalten und sich mit großem persönlichem Einsatz für Natur und Umwelt starkmachen.
Constantin Schütz, Görlitz
Projekt/Aktivität/Leistung: »Vermittlung biologischer Artenkenntnis und Förderung naturwissenschaftlichen Engagements«
Preisgeld: 1.000 Euro
Constantin Schütz engagiert sich bereits in jungem Alter mit großer Fachkompetenz und persönlichem Einsatz für die Vermittlung biologischer Artenkenntnis, naturwissenschaftliche Bildung und gesellschaftliches Ehrenamt.
Der 19-jährige Biologiestudent unterstützt seit über drei Jahren die Entomologie-Spezialistenkurse für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassenstufe. Gemeinsam mit erfahrenen Fachleuten vermittelt er dort fundierte Kenntnisse zur Insektenkunde, biologischen Vielfalt und wissenschaftlichen Arbeitsweise. Die mit Unterstützung der Landestiftung Natur und Umwelt organisierten Spezialistenlager leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Förderung naturwissenschaftlich interessierter Jugendlicher.
Bereits während seiner Schulzeit erlangte Constantin Schütz Anerkennung in der Fachwelt. Seine Arbeit »Das Artproblem in der Biologie am Beispiel der Eulenfalter Noctua janthina und Noctua janthe« wurde als außergewöhnliche wissenschaftliche Leistung gewürdigt.
Seit Oktober 2025 studiert er Biologie an der Universität Würzburg mit dem Ziel, sich langfristig der Entomologie und Biodiversitätsforschung zu widmen.
Neben seinem wissenschaftlichen Engagement ist Constantin Schütz auch kulturell und gesellschaftlich aktiv. Seit 13 Jahren spielt er Akkordeon, davon sieben Jahre im Jugendshow-Orchester Görlitz, und war drei Jahre Mitglied der Schulband »SWIP«.
Besonders hervorzuheben ist sein langjähriger ehrenamtlicher Einsatz bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Seit zwölf Jahren betreibt er Rettungsschwimmen und unterstützt seit fünf Jahren den Wachdienst am Berzdorfer See sowie den Katastrophenschutz im Landkreis Görlitz als Einsatztaucher.
Constantin Schütz vereint wissenschaftliche Begabung, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, junge Menschen für Naturwissenschaften und Naturschutz zu begeistern. Sein Engagement verdient besondere Anerkennung.
Sonja Fischer, Plauen
Projekt/Aktivität/Leistung: »Einsatz für den Fledermausschutz im Vogtland«
Preisgeld: 1.000 Euro
Seit mehr als 34 Jahren engagiert sich Sonja Fischer mit außergewöhnlicher Leidenschaft und großem persönlichem Einsatz für den Natur- und Artenschutz im Vogtland. Ihr ehrenamtliches Wirken verbindet praktische Naturschutzarbeit, wissenschaftliche Datenerfassung, fachkundige Beratung und engagierte Öffentlichkeitsarbeit in vorbildlicher Weise.
Begonnen hat ihr langjähriges Engagement mit der Betreuung eines mobilen Krötenschutzzaunes in Leubetha. Durch die sorgfältige Erfassung der Amphibienbestände konnte die Notwendigkeit dauerhafter Schutzmaßnahmen nachgewiesen werden. Dies führte schließlich zum Bau von vier Krötentunneln.
Besondere Anerkennung verdient ihr Einsatz im Fledermausschutz. Als geschätzte Ansprechpartnerin kümmert sie sich mit großer Hingabe um abgestürzte Jungtiere aus Wochenstubenquartieren. Vor allem in den Sommermonaten ist sie nahezu täglich im Einsatz, um die Tiere zu versorgen und erfolgreich in ihre Lebensräume zurückzuführen. Darüber hinaus vermittelt sie ihr Wissen bei Vorträgen, Führungen und der jährlich stattfindenden Fledermausnacht im Pfaffengut Plauen.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Schutz gebäudebrütender Vogelarten und von Fledermausquartieren bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen. In enger Zusammenarbeit mit Behörden, Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Fachbüros und Infrastrukturträgern berät sie zu Artenschutzmaßnahmen, vermittelt Ersatzquartiere und begleitet deren Umsetzung. Dank ihres Fachwissens konnten zahlreiche Lebensräume erhalten, neu geschaffen oder verbessert werden.
Auch bei bedeutenden Infrastrukturprojekten wie der Sanierung der Elstertalbrücke oder der aktuellen Fledermauskartierung an der Syratalbrücke bringt sie ihre Expertise ein. Mit ihrem unermüdlichen Engagement leistet Sonja Fischer einen herausragenden Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Vogtland und verdient dafür höchste Anerkennung und unseren herzlichen Dank.
Peter Strasser, Meißen
Projekt/Aktivität/Leistung: »Engagement für den Erhalt der Würfelnatter in Sachsen«
Preisgeld: 1.000 Euro
Mit außerordentlichem persönlichem Engagement setzt sich Peter Strasser seit Jahrzehnten für den Schutz der heimischen Reptilienfauna im Meißner Elbland ein. Besonders hervorzuheben ist seine langjährige Betreuung des einzigen sächsischen Vorkommens der Würfelnatter (Natrix tessellata) – einer extrem seltenen Wasserschlange, die in Sachsen über 50 Jahre als ausgestorben galt.
Als 1999 in einem Artikel der Sächsischen Zeitung zur Mitwirkung an der Wiederansiedlung der ursprünglich in den 1930er Jahren in Meißen verschwundenen Art aufgerufen wurde, meldete sich Peter Strasser sofort. Von Beginn an unterstützte er das Projekt mit großem Interesse und persönlichem Einsatz und nahm an den Aussetzungsaktionen der Jahre 1999 und 2000 aktiv teil. Bereits 2001 gelang schließlich die erfolgreiche Wiederansiedlung der Würfelnatter in Sachsen.
Seit 2008 ist Peter Strasser offiziell als Betreuer des Vorkommens im Auftrag der Naturschutzbehörde Meißen berufen. Mit großer Fachkenntnis und unermüdlichem Einsatz übernimmt er seither die Bestandserfassung, Habitatpflege, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit rund um die Art. Durch seine kontinuierliche Betreuung und seine hervorragende Vernetzung mit Fachleuten und Naturschutzakteuren konnte der Bestand der Würfelnatter langfristig stabilisiert werden. Das verdient allergrößten Respekt und unseren herzlichen Dank.
Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz Heimatfreunde Kurort Gohrisch e.V., Kurort Gohrisch
Projekt/Aktivität/Leistung: »Natur- und Heimatpflege im Kurort Gohrisch«
Preisgeld: 5.000 Euro
Der Gebirgsverein Heimatfreunde Kurort Gohrisch e.V. hat sich seit seiner Gründung 1990 in herausragender Weise dem Schutz der Natur, der Bewahrung der Heimatgeschichte und der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Gohrisch und Papstdorf verschrieben. Mit rund 100 Mitgliedern vereint er Menschen unterschiedlicher Generationen, die sich mit großem ehrenamtlichem Einsatz für Umwelt-, Natur- und Denkmalschutz einsetzen.
Ein besonderes Beispiel dieses Engagements ist das Gohrischer Arboretum mit seinem Lapidarium. In enger Zusammenarbeit mit Sachsenforst entstand eine parkähnliche Anlage, in der seit 1990 die jeweiligen »Bäume des Jahres« gepflanzt werden. Das Arboretum ist heute ein lebendiges Symbol für Nachhaltigkeit, Umweltbildung und Naturschutz sowie ein beliebter Ort der Erholung und Begegnung.
Mit großem persönlichem Einsatz pflegen die Vereinsmitglieder das Gelände, erhalten die Pflanzungen und fördern die Artenvielfalt. Die angelegte Blühwiese schafft wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Wildtiere und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region.
Das Lapidarium mit seiner Sammlung historischer Grenzsteine verbindet Natur- und Denkmalschutz auf eindrucksvolle Weise und macht regionale Geschichte für Besucher erlebbar.
Darüber hinaus engagiert sich der Verein vorbildlich in der Umweltbildung. Gemeinsam mit Grundschule und Kindergarten in Papstdorf führt er Kinder frühzeitig an Natur- und Heimatschutz heran. Der betreute Bodenlehrpfad vermittelt Wissen über Geologie, Landschaft und Natur der Sächsischen Schweiz.
Der Gebirgsverein Heimatfreunde Kurort Gohrisch e.V. steht beispielhaft für ehrenamtliches Wirken, das Natur, Heimatgeschichte und Gemeinschaft verbindet.
Kontakt
Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Referat 22
Dagmar Rilke
Telefon: +49 351 564-22201
E-Mail: Umweltehrenpreis@smul.sachsen.de